Freitag, 2. Juni 2017

Wie ich als Morgenmuffel zur Frühsportlerin wurde

Früher habe ich immer nur nachmittags Sport gemacht. Damals noch, weil zu diesen Zeiten dann immer die Sendungen im Fernsehen kamen, die mir den Sport halbwegs erträglich gemacht haben. Diese Tradition ahbe ich lange so beibehalten, bis ich ins Fitness-Studio kam - bestimmte Kurse sind an manchen Tagen nun mal nur vormittags verfügbar. In diesem Semester beginnt meine frühste Veranstaltung sogar erst ab 12 Uhr, dafür bin ich manchmal bis abends unterwegs. Entsprechend musste ich mir angewöhnen, auch vormittags Sport machen zu können, bei Zeitdruck sogar ziemlich früh morgens. Mittlerweile kenne ich aber ein paar Tricks, die mir das morgendliche Workout leichter machen.

Für mich gibt es ungefähr nichts Schlimmeres, als auf leeren Magen Cardiotraining zu machen. Ich weiß, dass Laufen auf leeren Magen immer empfohlen wird - ohne mich. Für mich ist das eh mehr Quälerei als Sport und erst recht, wenn ich noch keinen Kaffee hatte und hungrig bin. Bevor ich Cardio mache, muss ich also wenigstens eine Kleinigkeit frühstücken und einen Kaffee trinken. Interessanterweise vertrage ich Bananen vor dem Sport überhaupt nicht, mir geht es besser mit Brot oder anderem Obst.
Vor dem Krafttraining brauche ich nicht so unbedingt Essen. Allerdings geht es mir mit Frühstück vorher deutlich besser, weshalb ich das normalerweise auch so mache. Sport so früh morgens ist eh nicht ideal für mich, warum sollte ich dann also weitere Faktoren hinzufügen, die mich quälen?

 

So sehr ich meinen Schlaf auch liebe, ich kann nicht direkt aus dem Bett auf das Laufband hopsen. Normalerweise nehme ich mir mindestens dreißig Minuten bis zu einer Dreiviertelstunde, bevor ich morgens zum Sport gehe. Meistens frühstücke ich in dieser Zeit eine Kleinigkeit und lese nach, was so in der Nacht in der Welt passiert ist. Ich brauche morgens einfach etwas länger Zeit, um mein Gehirn anzuwerfen. Das ist aber wiederum wichtig, denn nur wenn ich wach bin, kann ich mich auch selbst motivieren und erkenne, dass der Morgensport nicht nur eine Quälerei ist, sondern mir gut tut.
Je später es am Vormittag wird, desto besser kann ich mich übrigens zum Sport aufraffen. Sport am Vormittag muss nämlich keinesfalls heißen, dass man direkt nach dem Aufstehen Sport macht. Wenn ihr ein bisschen mehr Zeit habt und es euch damit besser geht, spricht nichts dagegen, auch später am Vormittag Sport zu machen. Dann muss man nur ein wenig auf das Frühstück achten, damit es einem nicht schwer im Bauch liegt oder man bis zum Sport verhungert ist.

 
Was mir aber am meisten zum Sport morgens geholfen hat, war, dass ich mir Kurse ausgesucht habe, die ich wirklich mag. Die Lösung klingt jetzt vermutlich zu einfach, aber für mich war es tatsächlich eine Erkenntnis. Früher habe ich einfach nur die Uhrzeit des Sports verändert und nicht überlegt, wie viel Selbstdisziplin ich dafür brauche oder nicht. Denn seien wir mal ehrlich: Den meisten von uns liegen vermutlich nur 80% ihres Sportprogramms, die restlichen 20% sind die Pflicht, um auf ein gesundes Ganzes zu kommen. Ich jedenfalls verbinde beispielsweise mit Joggen am Vormittag nur schlechte Erinnerungen. Diese Erfahrungen sind so stark, dass es mir noch nicht gelungen ist, sie zu überwinden. Die Lösung könnte sein, dass ich mich trotzdem jede Woche zwinge, um irgendwann festzustellen, dass es gar nicht so schlimm ist. Aber ich bin mir nicht so sicher, ob es tatsächlich zu dieser Erkenntnis kommen würde. Stattdessen mache ich morgens lieber anderen Sport, der mir Spaß macht und hebe mir die mental anstrengenden Sachen für Zeiten auf, zu denen ich besser zurechnungsfähig bin.

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