Sonntag, 11. Juni 2017

Wanted: Tofu

Während Tofu vor einigen Jahren noch als merkwürdiger Fleischersatz galt, ist er mittlerweile in vielen Haushalten zu finden. Dank seinem neutralen Geschmack kann Tofu in vielen Gerichten verarbeitet werden und bietet dazu noch viel Eiweiß. Aber woraus genau besteht Tofu eigentlich? Und gibt es noch weitere gesundheitliche Vorteile?


Was ist Tofu?


Tofu entsteht bei der Gerinnung von Sojamilch. Dafür werden zunächst Sojabohnen eingeweicht, zu einem Brei verarbeitet und erhitzt, um die Gerinnung hervorzurufen. Es gibt jedoch auch noch andere Methoden für die Gerinnung, je nachdem, welche Konsistenz für den Tofu gewünscht wird.
Die geronnenen Teile werden dann von der Flüssigkeit getrennt. Im Anschluss wird der Tofu gepresst, auch hierdurch entstehen unterschiedliche Tofusorten (Seidentofu, westlicher Tofu, asiatischer Tofu). Im Anschluss kann der Tofu noch eingelegt werden, um verschiedene Geschmacksarten herzustellen.

Warum Tofu?


Tofu ist für viele (auch Nicht-Vegetarier) mittlerweile eine echte Fleischalternative. Das liegt daran, dass 100g Tofu bis zu 15,7g Eiweiß enthält - das Eiweiß der Sojabohne wird zudem besonders gut vom Körper verwertet. Außerdem enthält Tofu Vitamin B1, B2, B6 und E sowie Kalium, Calcium, Folsäure und Zink. Erwähnenswert ist auch der vergleichsweise hohe Eisengehalt von Tofu (2,5mg/100g).
Außerdem enthält Tofu viele Isoflavone, die bei hohem Verzehr mit einer Verlägnerung der Lebensdauer in Verbindung gebracht werden. Allerdings wird auch eine schädliche Wirkung der Isoflavone diskutiert.


Wie wird Tofu genutzt?


Tofu wird in vielen verschiedenen Arten in der Küche eingesetzt. Seidentofu wird aufgrund seines hohen Flüssigkeitsgehalt gern für Dips, Puddings oder Dressings verwendet. Normalen Tofu kann man kross anbraten oder backen, er schmeckt je nach Würzung gut in vielen Gerichten. Gern wird Tofu so auch in Würstchen- oder Burgerform gepresst und entsprechend gewürzt, damit man ihn als Fleischersatz nutzen kann.
Räuchertofu eignet sich besonders gut zum Braten, da er bei der Räucherung noch mehr Flüssigkeit verliert und somit krosser wird.
Was jedoch bei allen Tofunutzungen wichtig ist: Die Würze. Tofu schmeckt ungewürzt nach nichts und nimmt zusätzlich noch jede Menge Gewürze aus Saucen usw. auf. Ich empfehle deshalb immer, den Tofu mindestens 24 Stunden vor der Zubereitung einzulegen. Dazu verwende ich meist die Gewürze, die sowieso in dem Gericht vorkommen, sowie etwas Öl, damit sich die Marinade gut verteilt. Nachdem der Tofu im Kühlschrank gut durchgezogen ist, sollte er scharf angebraten werden, um den Geschmack noch einmal zu intensivieren.

Übrigens 

  • Für Tofu, der in Deutschland verkauft wird, wirdk ein Regenholz abgeholzt. Die Sojabohnen für den deutschen Tofu stammen zum Großteil aus europäischem Anbau.
  • Im asiatischen Raum gibt es noch weitere Grundstoffe, aus denen Tofu zubereitet wird. Dazu gehören etwa schwarze Bohnen, Erdnüsse oder Kichererbsen.
  • Da die Zubereitung von Tofu an das Verfahren in einer Käserei erinnert, wird Tofu auch "Bohnenquark" oder "Bohnenkäse" genannt.

Photo via Visualhunt

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