Montag, 3. Juli 2017

Der Drang zum Aufhören

16.4.2013. Mein erster Blogpost. Schon erstaunliche vier Jahre her. Seitdem habe ich über 700 Artikel geschrieben, unzählige Fotos geschossen und viele, viele Stunden mit der Gestaltung des Blogs, SEO-Optimierung, der Erstellung von Grafiken, dem Ausprobieren von Rezepten usw. verbracht. Und ja, es hat mir Spaß gemacht. Ich bin in die Blogger-Sphäre abgerutscht, habe ganz viele Blogs kennen gelernt, mich in der "Healthy-Living-Welt" bewegt und viel gelernt. Dem Bloggen verdanke ich unter anderem, dass ich "Intuitiv Essen" kennen gelernt habe, was mir in meiner persönlichen Entwicklung unglaublich weitergeholfen hat.

Aber schon seit einigen Monaten schleicht sich die Ermüdung ein. Ich spüre plötzlich nicht mehr den Drang zu bloggen. Mir geht es "zu gut" - mir fehlen die Geschichten, die Inhalte, die ich erzählen möchte, die Themen, für die ich brenne. Und mir fehlt der Erfolg. Denn seien wir mal ehrlich - so einen Blog erstellt man nicht nur, um loszuwerden, was einem auf dem Herzen liegt, man möchte auch gehört werden.
Ich weiß durchaus, woran es liegt, dass ich vergleichweise wenig Erfolg habe. Ich bin kein grafisch begabter Mensch, meine Fotos sind zu schlecht, ich will meine Blogposts nicht für Suchmaschinen schreiben, sondern für Menschen und netzwerken kann ich auch nicht. Zu guter Letzt teile ich nicht genug aus meinem Leben. Nur den Sport und das Essen zu zeigen reicht längst nicht mehr, um erfolgreich zu sein. Es müssen Geschichten aus dem Leben sein, je privater, je pikanter, desto besser. Doch dazu bin ich nicht bereit. Es gibt sehr enge Grenzen, in denen ich mein Leben öffentlich teilen möchte - zu eng für das heutige Blog-Publikum (davon abgesehen: Ist bloggen nicht mittlerweile furchtbar passé und Instagram und Facebook auch? Wo man heutzutage Inhalte teilt, weiß ich schon gar nicht mehr).
Ich weiß nicht, ob es der Druck ist, jede Woche eine Zahl x an Artikeln abzuliefern, jede Mahlzeit zu fotografieren, jeden denkwürdigen Inhalt für spätere Blogposts abzuspeichern. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto weniger verspüre ich den Drang dazu. Dieser Blog hat mir dabei geholfen, erwachsen zu werden - doch vielleicht bin ich jetzt zu erwachsen, als dass ich ihn noch bräuchte. Vielleicht hilft es mir, den Druck herauszunehmen, um Lust auf neue Inhalte zu schaffen. Vielleicht ist dies auch das "ENDE" und es bleibt mir nichts mehr als Danke zu sagen. Vielleicht werde ich in einem Jahr, einigen Monaten, ein paar Wochen schon wieder Lust aufs Bloggen haben. Aber bis dahin:

Tschüss ihr Lieben. Es war schön mit euch.

Sonntag, 2. Juli 2017

Die drei Komponenten des Muskelaufbaus

Nachdem für mich die Zeit der Abendgarderobe erst einmal vorbei ist, möchte ich mich ganz auf den xletics-Hindernislauf im September vorbereiten. Inwiefern man sich speziell vorbereiten kann (abgesehen von Matschbädern und Wechselduschen), weiß ich nicht, aber es gibt zumindest eine Sache, die ich steuern kann: Muskelaufbau. Bis zu dem Lauf möchte ich zum einen noch mal deutlich meine Oberkörper-Kraft erhöhen und zum anderen meine Laufdistanz ausweiten - 18km wollen am Ende gelaufen bzw. gegangen werden, dafür darf man schon mal trainieren. Da ich jedoch zu verkopft bin, um einfach so zu starten, gibt es vorher eine kleine Einführung in die Hintergründe des Muskelaufbaus.

Das Prinzip der kumulativen Ermüdung

 

Wie ich schon in anderen Beiträgen hier geschrieben habe, funktioniert Muskelaufbau vor allem darüber, dass neue Reize an den Muskeln gesetzt werden. Dabei entstehen kleine Verletzungen im Muskel, die der Körper heilt und "vorsichtshalber" noch ein bisschen Polster aufbaut, also mehr Muskel. Am effektivsten erreicht man das über das Prinzip der kumulativen Ermüdung. Dazu muss man drei Dinge beachten:
  1. Zwischen den einzelnen Trainingssätzen dürfen nicht zu viele Pausen liegen. Ansonsten erholen sich die Muskeln wieder vollständig und der Reiz des Trainings ist nicht stark genug. Optimalerweise liegen zwischen den einzelnen Sätzen nicht mehr als 60 Sekunden.
  2. Innerhalb eines Trainingssatzes sollten keine Pausen gemacht werden. Wenn die Anzahl der Wiederholungen nicht ohne Pause erreicht werden kann, sollte man zunächst die Anzahl der Gewichte runterschrauben.
  3. Die Übung sollte rhythmisch ausgeführt werden. Das beinhaltet, dass die Übungen sauber ausgeführt werden (nicht die letzten paar Übungen schnell noch hinschludern) und gleichzeitig die Kraft gleichmäßig auf jede einzelne Wiederholung der Übung verteilt wird. Das Tempo sollte nicht zulangsam sein.
Als Ergebnis wird die Übung bei jeder Wiederholung bzw. mit jedem Satz schwerer. Die letzten Wiederholungen sollten sozusagen mit "letzter Kraft" durchgeführt werden. Entsprechend wird der Körper dadurch zum Muskelaufbau gereizt.

Regeneration baut Muskeln


Ich habe es schon zuvor angedeutet - Muskelwachstum geschieht nicht etwa während des Sports oder gar in einer Übung sondern danach. Deshalb ist eine ordentliche Regeneration so wichtig.
Wie lang diese Regeneration dauert und wie häufig der Körper sie braucht, ist individuell abhängig und kann durch die "Trial&Error"-Methode herausgefunden werden. Ich weiß mittlerweile, dass ich nicht mehr als drei Tage am Stück trainieren und auf keinen Fall zweimal hartes Krafttraining hintereinander ansetzen kann, da ich mich sonst völlig erschöpft fühle. Ergo habe ich mindestens zwei Restdays in der Woche, in denen ich höchstens die normale Bewegung aus meinem Alltag (Laufen, Radfahren zur Uni, kurze Yoga-Einheiten) einbaue.
Mindestens ebenso wichtig wie Restdays ist ausreichender und erholsamer Schlaf - das ist die Zeit, in der der Körper sich selbst repariert. Andere Faktoren, die in die Regeneration mit einfließen, sind die Ernährung, aktive Regeneration (Massagen, Blackroll, Sauna...), Krankheiten und die psychische Ausgeglichenheit.
Wichtig an dieser Stelle: Stress ist praktisch tödlich für den Muskelaufbau. Das Stress-Hormon Cortisol führt dazu, dass die Fettverbrennung vermindert wird, Entzündungen verstärkt werden und die Balance zwischen Hunger- und Sättigungsgefühlen gestört wird. Entsprechend macht es immer Sinn, Stress möglichst zu verhindern oder aktiv "abzubauen".

Ernährung für Muskelaufbau


Vermutlich erzähle ich nichts Neues, wenn ich sage, dass Muskeln aus Eiweiß-Bausteinen bestehen und dementsprechend Eiweiß aus der Nahrung benötigt wird, um Muskeln aufzubauen. Sowohl vor dem Sport (um Muskelabbau zu vermeiden) als auch nach dem Sport (um Muskelaufbau zu fördern) ist eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß sinnvoll. Die typischen Eiweißquellen sind mageres Fleisch und Fisch, fettarme Milchprodukte, Eier, Hülsenfrüchte, Tofu, Proteinpulver und eiweißreiches Obst und Gemüse (z.B. Brokkoli).
Eiweiß ist bei mir die Komponente der Ernährung, die ich gern schon mal vergesse. Entsprechend achte ich so schon bei jeder Mahlzeit darauf, dass Eiweiß enthalten ist. Um den Muskelaufbau weiterhin zu fördern, achte ich darauf, täglich meine BCAAs zu nehmen. Außerdem trinke ich nach jedem mittelmäßig anstrengendem Workout (ich selbst habe mir diese Grenze bei ca. 200 verbrannten Kalorien gesetzt) einen Proteinshake.
Dabei ist jedoch nicht zu vergessen, dass der Körper weiterhin eine ausgewogene Ernährung braucht. Für einen gesunden Körper ist es wichtig, dass alle Makro- und Mikronährstoffe ausreichend vorhanden sind. Das erreicht man am besten darüber, indem man abwechslungsreich verschiedene Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißquellen mit viel Obst und Gemüse kombiniert.

Ich persönlich habe aus dieser Recherche drei wichtige Tipps mitgenommen. Zum einen werde ich weiter mit meinem Trainingsplan fortfahren - allerdings beim Krafttraining darauf achten, die Übungen durchaus etwas langsamer durchzuführen. Wichtig ist bei mir der Faktor Stress. Hier muss ich wohl deutlich gegensteuern, was in der Klausurphase nicht gerade einfach wird. Außerdem werde ich noch verstärkt auf den Eiweiß-Gehalt meiner Mahlzeiten achten - das schadet nämlich nicht.

Bildquelle: (Fábio Valinhos ,CC BY-NC)via Visualhunt

Freitag, 30. Juni 2017

Rückblick Juni: Finanzen, Schilddrüse, Stretching uvm.

Wenn ich in den anderen Monaten schon nicht erfolgreich war, was meine Vorsätze angeht, dann war dieser Monat wirklich der schlimmste. Ich will nicht lügen und sagen, dass ich keine Zeit dafür hatte - spätestens in der zweiten Monatshälfte hätte ich sicherlich irgendwo noch Zeit abzwacken können. Aber ich hatte einfach keine Kapazität mehr, mir auch noch um dieses Thema Gedanken zu machen.

Eigene Gesundheit reflektieren


Um ehrlich zu sein, mache ich das mit dem Schreiben dieses Posts, aber ein bisschen Reflektion ist besser als keine. Ich muss sagen, dass ich eigentlich eine recht gute Gesundheit habe, seit ich mein Leben gesünder gestalte. Mein Rücken nervt mich immer wieder, aber das ist nichts, was sich nicht mit regelmäßiger Physiotherapie in Grenzen halten würde. Für meine Knie habe ich mittlerweile die Lösung gefunden, dass Einlagen gegen meine Knick-Senk-Füße helfen. Ansonsten habe ich zwar immer mal wieder kleine Wehwehchen, aber keine ernsthaften Krankheiten.

Yoga machen


Da habe ich wieder drauf geachtet, als ich zurück zuhause war. Mir hat das Yoga mal wieder sehr gut getan und ich versuche jetzt wieder, es als Angewohnheit zu etablieren.

Ein neues, gesundes Gericht kochen


Das hat geklappt. Mehr dazu findet ihr im nächsten Wochenrückblick am Dienstag.

Eine neue Technik probieren


Nö, dafür hatte ich keinen Nerv. Passiert halt mal.

Pausen machen


Ich habe es wirklich versucht. Es hat nicht immer ganz geklappt, aber ich habe mich bemüht, in meinen Pausen jeweils voll die Pausen zu genießen und nicht noch an ganz viele andere Dinge zu denken. Deshalb würde ich diesen Punkt tatsächlich als "erfolgreich" abhaken.

Top Artikel


So, ganz schnell hier noch meine Top-Artikel!
  • Wie ich diesen Monat schon geschrieben habe, kommt es beim Intuitiven Essen u.a. darauf an, dass man seine eigene Sättigung spürt. Diese Sättigung findet jedoch manchmal nicht nur im Kopf, sondern auch im Bauch statt, wie Rachel von Avocado A Day erklärt!
  • Sich jeden Tag zu bewegen ist wichtig. Jeden Tag Sport zu machen nicht! Lest mehr bei Real Life RD!
  • Jeder von uns träumt bestimmt davon, einfach nicht mehr übers Arbeiten und Geld nachzudenken, sondern unbeschwert leben zu können!? Wie ihr das schaffen könnt, verrät euch Patrick von Healthy Habits
  • Stretchen ist nicht immer die Lösung, wenn etwas weh tut. Mehr dazu erfahrt ihr bei Girls Gone Strong.
  • Warum ist es wichtig, dass für die Schilddrüsengesundheit mehr als ein Wert überwacht wird? Wie funktioniert die Schilddrüse eigentlich? Eine tolle Erklärung dazu findet ihr bei Real Life RD - übrigens auch gut auf Englisch verständlich!

Dienstag, 27. Juni 2017

Rückblick KW 25: Leben in Rock

Eigentlich mag ich Hitze ja so gar nicht... aber ich liebe gerade dieses Gefühl von Sommer. Gut, es wird ein bisschen dadurch gedämpft, dass ich durch das Lernen aktuell nicht wirklich raus komme, aber dafür habe ich ja dann den Urlaub.
Noch mehr als die Wärme genieße ich gerade allerdings die Tatsache, dass ich mich nicht in meine verhassten Jeans quälen muss. Irgendwie waren die mir schon immer ein Graus, sodass ich mich zuhause eigentlich immer sofort in meine Jogginghose rette. Dieses Jahr bin ich dann allerdings endlich darauf gekommen, dass ich mit einem Haufen Strumpfhosen und Leggins, Kleidern, Röcken und Stoffhosen den Jeans den Kampf ansagen kann. Bei der Wärme ist es in flatternden Röcken und Kleidern so viel angenehmer als in engen Hosen! Zum Radfahren habe ich übrigens ganz kurze Stoffshorts, die nicht auftragen, aber dafür sorgen, dass meine Unterwäsche privat bleibt. Auf dem Foto seht ihr übrigens die Röcke, die ich mir in letzter Zeit selbst genäht habe - ich habe noch mal ungefähr so viele gekaufte. So langsam bekomme ich ein Platzproblem ;)
Die Fotos diese Woche sind leider nicht die besten - die Kamera meiner Schwester ist kaputt gegangen und da meine Schwester diese Woche in London war, war ich so nett, ihr meine auszuleihen. Also nicht meine Schuld!

Essen

Frühstück


Da haben wir schon den Grund, warum mich meine Fotokamera mittlerweile nervt... irgendwie stellt sie sich nämlich nur scharf, wenn Venus im dritten Haus steht und mich vorher zufällig dreimal um mich selbst gedreht habe.  Ähm na ja, Frühstück: Nektarine mit Haferflocken und Skyr. Sommer kann so toll sein!
 Noch mal eine ähnliche Kombi, hier Blaubeeren, Skyr und Müsli.
Und dasselbe Spiel noch mal mit Erdbeeren.
Warum Blogger Fotos übrigens dreht, ist mir auch schleierhaft, ich hatte damit nichts zu tun!
 Erdbeerpancakes mit Frischkäse. Mjam!
Und noch mal Erdbeer-Pancakes, allerdings mit Zitronengeschmack. Ich hatte ein ziemlich ernsthaftes Pancake-Defizit!
Am Wochenende dürfen es durchaus auch mal Kakaonibs ins Frühstück schaffen. Zusammen mit Erdbeeren, Joghurt und Haferflocken!

Mittagessen


 Wenn man nach langer Reise nach Hause kommt und keine Zeit zum Schnibbeln hat, ist ein Smoothie die einfachste Wahl! "Exotic"-TK-Früchte, Grünkohl, Joghurt, Möhre und was ich sonst noch da hatte.
Käsebrot mit Ei und Rohkost - dazu gab es einen selbstgemachten Quark-Kräuter-Dip, den ihr unten bewundern könnt!

Reste sind natürlich auch immer toll, besonders wenn einem bei diesem Wetter das Brot unter der Nase wegschimmelt.

Abendessen

Nachdem ich so lange weg war, hatte ich mal wieder Lust auf ganz einfaches Essen. Also Jasminreis, Möhren und Butter.
Lecker - gratinierte Polenta nannte sich dieses Gericht und bestand aus Polenta, Zucchini, Paprika, Knoblauch, Cocktailtomaten und viel Käse (Parmesan und Gouda). Es kann kaum besser werden!
Ein etwas edleres Essen darf auch mal sein: Rindfleisch mit Zuckerschoten, Frühlingszwiebeln und Paprika, dazu Jasminreis (auf den stehe ich gerade total).
Der Preis für das schlimmste Foto geht an diese Pasta mit Pesto und Erbsen.
Ein ganz einfaches Erdnuss-Möhrencurry mit Reis und Eiern.

Snack


Ich hatte seit Ewigkeiten Salted Caramel im Kühlschrank und da mir das eigentlich viel zu süß ist, gab es das in Kombination mit Bohnenbrownies. War immer noch pappsüß, aber ziemlich lecker!

Sport

  • Montag: Yoga, 60 Min
  • Dienstag: Krafttraining, 35 Min
  • Mittwoch: REST
  • Donnerstag: Krafttraining, 40 Minuten
  • Freitag: Joggen, 6km, 52 Minuten
  • Samstag: REST
  • Sonntag: Sh'bam, 45 Minuten

Sonntag, 25. Juni 2017

Selbstliebe-Sonntag: Von Rollen und Rollenwechseln

Wenn mein Leben ein Theaterstück wäre, bräuchte man zur Darstellung meiner Person vermutlich mehrere Schauspielerinnen, um zu verdeutlichen, wie viele Rollen ich eigentlich habe. Da wäre die Rolle der Studentin, die Rolle der (Nachhilfe-) Lehrerin, der Bloggerin, der Freundin, der Partnerin, der Tochter, der Kreativschaffende, der Stipendiatin...

Das Phänomen, dass wir im Leben verschiedene Rollen einnehmen, ist kein neues. Es ist sogar ganz normal, dass wir in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Rollen einnehmen. Als Sprachwissenschaftlerin merke ich das immer zuerst daran, wie ich gerade spreche (linguistisch nennt man das auch "Register"): Als Bloggerin spreche ich von "Superfoods" und "Squat Jumps", während ich als Nachhilfe-Lehrerin häufig von der "Lese-Rechtschreib-Schwäche" oder "Eigenmotivation" spreche.
Solche Rollen haben durchaus nichts Schlechtes. Sie helfen uns, uns sicher in verschiedenen Kontexten zu bewegen und dabei nicht aufzufallen. Allerdings können sie auch Schwierigkeiten bringen, etwa wenn wir mit einer Situation konfrontiert werden, die ungewohnt für die derzeitige Rolle ist (beispielsweise wenn meine Eltern mich von der Nachhilfe abholen würden) oder wenn wir in eine Situation geraten, für die es noch keine feste Rolle gibt. An dieser Stelle ist dann Flexibilität und Anpassungsvermögen gefragt.


Ich persönlich muss gestehen, dass ich im Moment leichte Probleme mit meinen unterschiedlichen Rollen habe. Ich würde nicht sagen, dass ich zu viele Rollen habe - ich mag jede einzelne davon und es wäre wohl langweilig, wenn ich nur eine Auswahl dieser Rollen besetzen würde. Aber im Moment sind alle diese Rollen viel zu zeitraubend. Als gute Studentin muss ich aktuell lernen, um meine Klausuren zu bestehen. Das nimmt mir zusammen mit der Nachhilfe die Zeit, mich mit Herrn Kürbis und meinen Freunden zu treffen, ganz zu schweigen von meinen kreativen Projekten. Dazu kommt, dass ich eben auch noch bloggen will. Hätte der Tag 48 Stunden, wäre mir schon viel geholfen.
So hingegen muss ich ständig zwischen Rollen switchen und kann nicht jede Rolle zu 100% ausfüllen. Das wiederum bereitet mir ein schlechtes Gewissen, weil ich ja alle Rollen gern ausfüllen möchte...


Aber ich denke, dass das auch eine ganz wichtige Erkenntnis über Rollen ist: Letztlich sind wir eben nicht fünf verschiedene Menschen, sondern eine Person. Und die könnte auch in einem Theaterstück nicht gleich zehn verschiedene Rollen spielen. Es ist in Ordnung, wenn man mal eine Rolle nur zu 80% ausfüllt, weil eine andere Rolle eben gerade mehr Zeit verlangt. In diesem Sinne - habt Nachsicht mit mir, wenn das mit den Posts gerade vielleicht ein bisschen unvorhersehbar oder uninspirierter wird. Ich gebe mir größte Mühe. Aber jetzt gehe ich für meinen inneren Frieden besser Yoga machen, statt den nächsten Blogpost zu scshreiben.

Photo via Visualhunt

Freitag, 23. Juni 2017

Countdown: 10 Dinge, mit denen ich Stress vermeide

Wer diesen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass ich immer wieder stressige Zeiten habe und es mir damit nicht gut geht. Deshalb will ich euch auch gar nicht länger damit langweilen, sonder direkt konstruktiv werden - so gehe ich gegen Stress vor!

  1. Vorplanen: Ohne Vorplanung würde bei mir nichts mehr funktionieren. Ich plane immer vor, ob das jetzt ein Lernplan ist, die Blogartikel, die während meiner Abwesenheit erscheinen oder meine Workouts in stressigen Wochen. Das nimmt mir vor allem viel Denkerei auf der Metaebene und wichtigere Dinge haben mehr Platz in meinem Kopf!
  2. Meal planning: Dieser Punkt gehört teilweise zum Vorplanen, wenn ich meine Mahlzeiten plane und dafür eine Einkaufsliste schreibe. Allerdings wird es hier schon aktiver, denn ich kaufe ja schließlich ein. Fleißsternchen gibt es, wenn ich auch noch Mahlzeiten vorbereite - nur noch fertige Mahlzeiten aus dem Kühlschrank nehmen zu müssen, nimmt nämlich ganz viel Zeit und Stress!
  3. Aufräumen: Wisst ihr, was mich stresst? Wenn meine Wohnung aussieht, als hätte eine Bombe darin eingeschlagen. Mir hilft es schon sehr, wenn ich jeden Tag fünf Minuten lang alles aufräume, was ich gerade in die Finger kriege.
  4. Schlafen: Schlaf hat bei mir in stressigen Zeiten absolute Priorität. Das heißt leider manchmal im Umkehrschluss, dass ich weniger Freizeit habe. Aber ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass gestresst und müde sein schlimmer ist, als wenn ich weniger Freizeit bekomme. Acht Stunden Schlaf sind für mich deshalb immer gesetzt.
  5. Yoga: Auch wenn Stress meistens vor allem heißt, dass man wenig Zeit hat, nehme ich mir immer die Zeit für Yoga. Was anfangs nämlich wie Zeitverschwendung wirkt, gibt mir immer so viel Energie und innere Ruhe zurück, dass es diesen Zeitaufwand definitiv wert ist!
  6. Den Tag ruhig beginnen: Für mich setzt der Morgen das Beispiel für den ganzen Tag fest. Wenn ich morgens schon gehetzt bin, wird sich das den ganzen Tag über nicht ändern. Morgens nehme ich mir lieber etwas mehr Zeit und bin dafür den ganzen Tag über ausgeglichener.
  7. Atmen: Ist euch schon mal aufgefallen, dass man bei Stress dazu neigt, ganz hektisch und flach zu atmen? Schon ein paar tiefe, lange Atemzüge zwischendurch können Wunder bewirken.
  8. Freizeit planen: Für ein, zwei Tage kann man vielleicht mal nur arbeiten, essen und schlafen. Sobald es aber mehr wird, wird es wirklich anstrengend - zumindest ergeht es mir so. Deshalb plane ich auch immer meine Freizeit und achte darauf, dass ich so einen Ausgleich schaffe.
  9. Nachsicht üben: Das hier ist ein ganz wichtiger Punkt für mich. Es kann nun mal manchmal sein, dass es gerade wichtigere Dinge gibt, als den Abwasch zu erledigen oder die Wäsche zu machen. So lange das nicht zur Gewohnheit wird, ist es völlig in Ordnung - und dann muss man auch kein schlechtes Gewissen haben.
  10. Leichtes, frisches Essen: So sehr ich es manchmal genieße, lang und viel zu essen, fühle ich mich danach oft nicht gut - das Suppenkoma lässt grüßen! Wenn ich Stress habe, achte ich deshalb darauf, viele leichte Mahlzeiten zu essen, die gleichzeitig ein Maximum an Nährstoffen mit sich bringen. Extrapunkte gibt es, wenn die Mahlzeiten auch noch unterwegs gegessen werden können!

    Dienstag, 20. Juni 2017

    Warum Intuitives Essen oft falsch verstanden wird

    Als ich noch ganz am Anfang meines Wegs mit dem Intuitiven Essen war, hat dieses Konzept mir Angst gemacht. Ich kam gerade aus einer Phase, in der ich Essen nur in strikten Grenzen zulassen konnte. Jetzt mit dem Intuitiven Essen sollte ich plötzlich alles essen können, was ich wollte und auch noch so viel davon, wie ich wollte? Unvorstellbar und beängstigend - und leider auch falsch.

     

    Essen so viel man will?


    Intuitives Essen heißt nicht, dass man so viel essen darf, bis man platzt. Im Gegenteil. Intuitives Essen heißt, dass man sich mit den natürlichen Sättigungsgefühlen auseinandersetzt. Das kann am Anfang tatsächlich bedeuten, dass man sich mal überisst. Das ist okay, denn daran merkt man, wie unwohl man sich fühlt, wenn man isst ohne hungrig zu sein und der Magen sich unnatürlich voll anfühlt.
    Langfristig hingegen sollte man sich an den Gedanken gewöhnen, dass die natürlichen Sättigungsgefähle das Ende einer Mahlzeit bestimmen. Wenn man langsam genug isst (eine Mahlzeit sollte dazu etwa zwanzig Minuten dauern), spürt man diese Sättigungsgefühle schon während des Essens. Ansonsten lernt man aber recht schnell, wie viel man essen muss, um satt zu sein. Es beginnt häufig damit, dass das Essen gar nicht mehr so gut schmeckt wie am Anfang der Mahlzeit. Nach und nach kommt ein Füllgefühl im Magen dazu und es wird anstrengend, weiter Essen zu sich zu nehmen. An dieser Stelle sollte man aufhören zu essen. Das heißt nicht, dass man nun bis zur nächsten Mahlzeit aushalten muss - die kann erfolgen, sobald man wieder Hunger verspürt. Aber für den Moment signalisiert der Körper mit dem Sättigungsgefühl, dass er erst einmal eine Pause zum Verdauen braucht.


    Essen was man will?


    Intuitives Essen bedeutet auch nicht, dass man alles essen kann, was man will. Allerdings ist es fast schon eine natürliche Reaktion eines Diät-Haltenden, dass man zunächst nur Süßigkeiten, Fast Food oder anderes, ungesundes Essen möchte.
    Tatsächlich darf man dieses Essen gern am Anfang ausprobieren - allerdings unter der Bedingung, dass man es sehr genau und im Zweifel auch kritisch beurteilt. Eines meiner Gelüste waren Erdnuss-M&Ms - absolut tödlich bei einer Diät, aber unglaublich lecker. Aber was musste ich feststellen? So richtig gut schmeckten die Dinger nicht. Nur ziemlich süß und vielleicht ein bisschen nussig. Die Dinger verschwanden jedenfalls ziemlich schnell von meiner Liste.
    Intuitiv Essen bedeutet, dass man alles essen darf - alles, worauf man gerade Lust hat, was einem gut schmeckt und gut tut. In meinem Fall hat das ziemlich schnell dazu geführt, dass ich  mich wieder auf meine altbekannten Mahlzeiten wie Porridge, Salate und Gemüsepfannen konzentriert habe. Einfach, weil ich mich danach am besten gefühlt habe. Natürlich gibt es bei mir immer wieder Gerichte, die vielleicht nicht 100% gesund sind, aber dafür sind es auch die Gerichte, die ich wirklich gern esse und die mir gut schmecken.


    Intuitives Essen bedeutet Auseinandersetzung


    Immer wenn man mit einem neuen Konzept anfängt, neigt man am Anfang zu Übertreibungen und Verallgemeinerungen. Deshalb ist es nur verständlich, dass es am Anfang vom Intuitiven Essen zu den oben beschriebenen Missverständnissen kommt.
    Mir ist es an dieser Stelle jedoch wichtig zu betonen, dass das Intuitive Essen nicht heißt, dass man sich täglich am All-you-can-eat-Buffet vollstopfen kann. Es heißt viel mehr, dass man sich aktiv mit seinem Körper und seinen Gelüsten auseinandersetzt. Wann bin ich satt, wann bin ich hungrig? Die meisten von uns haben seit Jahren nicht mehr darüber nachgedacht, sondern befinden sich oft in einem Dauerzustand des ein oder anderen Extrems. Worauf habe ich gerade wirklich Lust und was schmeckt mir? Der Kopf hat nicht dieselben Gelüste wie unser Magen oder unsere Geschmacksnerven. Aber auch das auszuloten ist ein Prozess. Das Intuitive Essen bedeutet, dass man sich ganz aktiv mit dem auseinandersetzt, was man sich in den Mund schiebt. Das dauert am Anfang seine Zeit und läuft später automatisch ab. Aber es gehört zu den wichtigsten Bestandteilen dieser "Ernährungsform".